Autogas nachrüsten: Welche Fahrzeuge eignen sich am besten?
Autogas nachrüsten: Für welche Motoren lohnt sich die Umrüstung?
Wer Autogas nachrüsten will, sollte zuerst den eigenen Motor prüfen, denn nicht jeder Antrieb eignet sich gleich gut für eine LPG- oder CNG-Anlage. Am unkompliziertesten und günstigsten lassen sich klassische Saugmotoren mit Benzin-Einspritzung nachrüsten, hier ist die Technik ausgereift und viele Werkstätten bieten passende Systeme an. Turbomotoren mit Benzin-Direkteinspritzung dagegen erfordern aufwendigere Anlagen mit zusätzlicher Steuerungstechnik, was die Umrüstung spürbar verteuert.
Reine Dieselmotoren lassen sich technisch nicht auf Autogas umrüsten, LPG und CNG funktionieren ausschließlich in Verbindung mit einem Ottomotor. Wer einen Diesel fährt und Kraftstoffkosten senken will, sollte daher andere Wege prüfen, eine Autogas-Umrüstung kommt hier nicht infrage.
Autogas nachrüsten: Diese Fahrzeugeigenschaften sprechen dafür
- Saugmotor statt Direkteinspritzer: Ältere oder einfachere Benzin-Saugmotoren lassen sich am günstigsten und zuverlässigsten umrüsten, die Technik ist seit Jahren etabliert.
- Hohe Jahresfahrleistung: Je mehr Kilometer im Jahr zurückgelegt werden, desto schneller amortisiert sich die Investition über die Kraftstoffersparnis, unabhängig vom konkreten Fahrzeugmodell.
- Geplante Resthaltedauer: Die Umrüstung lohnt sich vor allem, wenn das Fahrzeug noch mehrere Jahre über die Amortisationszeit hinaus gefahren wird.
- Verfügbarer Bauraum: Für den Gastank muss im Kofferraum oder der Reserveradmulde Platz sein, das sollte vor der Umrüstung mit der Werkstatt geprüft werden, besonders bei CNG mit den größeren Drucktanks.
- Baujahr und Motorentyp: Neuere Fahrzeuge mit Benzin-Direkteinspritzung (TSI, TFSI, GDI und ähnliche Bezeichnungen) benötigen spezielle, teurere Anlagenkonzepte mit zusätzlicher Steuergerätetechnik.
Autogas nachrüsten: Welche Fahrzeuge sind eher ungeeignet?
Neben Dieselfahrzeugen sind auch sehr leistungsstarke Turbomotoren mit hoher spezifischer Literleistung oft technisch anspruchsvoller umzurüsten, hier steigt das Risiko für Motorschäden bei minderwertigen Anlagen. Auch bei Fahrzeugen mit wenig Kofferraumvolumen oder bereits verbautem Zubehör wie einer Anhängerkupplung mit großem Tank kann der Platz für die Gasanlage knapp werden.
Bei Youngtimern und Fahrzeugen kurz vor dem Ende der wirtschaftlichen Nutzungsdauer lohnt sich eine Umrüstung meist nicht mehr, da die Restlaufzeit nicht ausreicht, um die Investition über die Kraftstoffersparnis wieder hereinzuholen.
Beispielrechnung: Saugmotor gegen Direkteinspritzer
Eine Umrüstung eines klassischen Saugmotors kostet oft rund 2.200 Euro, bei einem Direkteinspritzer mit zusätzlicher Steuerungstechnik liegen die Kosten häufig bei 3.200 Euro oder mehr. Bei gleicher Fahrleistung von 18.000 Kilometern im Jahr und ähnlicher Kraftstoffersparnis amortisiert sich die günstigere Saugmotor-Umrüstung dadurch spürbar früher, oft schon nach etwa drei Jahren, während der Direkteinspritzer eher vier bis fünf Jahre benötigt.
Amortisationszeit selbst berechnen
Mit dem Autogas-Amortisationsrechner lässt sich die individuelle Amortisationszeit für das eigene Fahrzeug in wenigen Minuten ermitteln, kostenlos und ohne Registrierung, mit den eigenen Fahrzeug- und Verbrauchsdaten statt Pauschalwerten.
Häufige Fragen
Kann man jeden Benziner auf Autogas nachrüsten?
Grundsätzlich lassen sich die meisten Ottomotoren nachrüsten, allerdings unterscheiden sich Aufwand und Kosten deutlich. Klassische Saugmotoren sind am einfachsten umzurüsten, moderne Direkteinspritzer benötigen aufwendigere und teurere Anlagentechnik.
Warum lässt sich ein Diesel nicht auf Autogas umrüsten?
LPG und CNG sind für die Verbrennung in einem Ottomotor mit Fremdzündung konzipiert, ein Dieselmotor arbeitet dagegen mit Selbstzündung durch Kompression. Die beiden Verbrennungsprinzipien sind technisch nicht kompatibel, weshalb eine klassische Autogas-Umrüstung bei Dieselfahrzeugen nicht möglich ist.
Ab welchem Alter lohnt sich eine Umrüstung nicht mehr?
Eine pauschale Altersgrenze gibt es nicht, entscheidend ist die geplante Resthaltedauer des Fahrzeugs. Wird das Auto voraussichtlich noch mehrere Jahre über die errechnete Amortisationszeit hinaus gefahren, kann sich eine Umrüstung auch bei einem älteren Fahrzeug noch lohnen.
Autogas nachrüsten: Worauf bei der Werkstattwahl zu achten ist

Vor der Entscheidung für eine Autogas-Umrüstung lohnt sich eine Beratung bei einer auf Autogas spezialisierten Fachwerkstatt, die den konkreten Motor begutachtet und eine realistische Kosteneinschätzung gibt. Wichtig ist eine zertifizierte Anlage mit anerkannter TÜV-Abnahme, das ist Voraussetzung für die Zulassung und beeinflusst auch die Versicherungseinstufung des Fahrzeugs.
Wer mehrere Kostenvoranschläge einholt, sieht schnell, wie unterschiedlich Werkstätten dieselbe Umrüstung kalkulieren, auch abhängig davon, wie viel Erfahrung sie mit dem jeweiligen Motorentyp haben. Einen Überblick über technische Voraussetzungen und Prüfpflichten bei Autogasanlagen bietet der ADAC.